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Die Bibel der Literatur – Goethe, Faust!
Alle kennen ihn, Goethe überall, in jeder Stadt in Deutschland
gibt es eine nach ihm benannte Straße.
Das ganze Mittelalter hindurch gab es immer wieder Legenden von
Leuten, die als Wunderdoktor oder Hexer geehrt oder gejagt wurden. Sie waren
neugierige Leute, die sich ein bisschen tiefer in die Dinge der Natur
vertieften und oft als Friseur oder Barbier arbeiteten. Zu jener Zeit war
dieser auch der Arzt und zuständig zum Beispiel für das Zähne Ziehen. Sie
experimentierten mit allem möglichen und manchmal hatten sie Glück. Vielen
wurde nachgesagt, mit dem Teufel einen Bund geschlossen zu haben, um
besondere Fähigkeiten oder das ewige Leben zu erhalten. Zu jener Zeit
verfügte nicht Gott über die Verteilung dieser Gunst, sondern der Teufel. Und
einer dieser Begünstigten war Doktor Faust. Einer der vielen vor Goethe, die
diesen Gedanken aufgegriffen und daraus eine Geschichte gemacht hatten, war
zum Beispiel ein Engländer namens Marlowe.
Goethe beginnt sein Werk mit einem Vorspiel, bei dem er sich über
das Theater als Geschäft und den Dichter als reinen Beschreiber von
Unterhaltungsszenen beklagt, der verpflichtet werden soll, das unwissende,
uninteressierte Publikum zum Lachen und Weinen zu bringen. Dann werden wir in
den Himmel zu einem kleinen Dialog zwischen zwei alten Herren eingeladen, die
sich die Weltherrschaft teilen, der Gute und der Böse. Und wer bis dahin
nicht die Geduld verloren hat, wird sogleich mit der eigentlichen Geschichte
belohnt. Goethe verbindet sie mit einem damals aktuellen Ereignis, das damals
alle Zeitungen füllte. Ein schwangeres Mädchen war von ihrem Liebhaber
alleingelassen worden. Die Welt brach für sie zusammen. Jetzt war sie in den
Augen der Welt eine Hure und würde ausgestoßen. In ihrer Verzweiflung
beschloss sie, das Kind im Geheimen zur Welt zu bringen und dann umzubringen.
Was hätte das arme Ding anders tun können, hatte sie doch schon sehr viele
solche Beispiele gesehen. Aber die Sache wurde bekannt und sie von einem
Gericht zum Tode verurteilt. Goethe war wahrscheinlich wie die meisten seiner
etwas aufgeklärteren Zeitgenossen darüber empört, dass die Gesellschaft diese
jungen Frauen förmlich zu so einer Tat trieb, um sie später verurteilen zu
können.
Der einfache Aufbau der Handlung eignete sich auch für die Oper
und andere Kunstzweige.
Im zweiten Teil wird es dann interessant. Goethe gibt hier einen
persönlichen Überblick über 2500 Jahre europäischer Kulturgeschichte. Ich
will hier nur 2 kurze Beispiele aufführen:
-
Faust ist mit
Mephisto am königlichen Hof und sie sollen auf Befehl der hohen Herren etwas
Besonderes zur Schau bieten. Mephisto lässt Paris und Helena, das schönste
Paar erscheinen. Faust verliebt sich in Helena und verlangt von Mephisto ihm
diese Frau zu verschaffen, worauf der christliche Herr der Unterwelt
erwidert, was wahrscheinlich die erste offene Leugnung Gottes war, dass er
nur auf die christliche Götterwelt einen Einfluss habe und für die
griechische Mythologie andere zuständig wären.
-
Faust und Mephisto
sind mit Hilfe von verschiedenen Zaubertricks und in Begleitung einer in
einem Glasbehälter aufbewahrten aus Aminosäuren bestehenden Flüssigkeit
namens Homunculus (kleiner Mensch) nach Griechenland gekommen, wo dieser
künstliche Mensch, der den Ursprung des Lebens sucht, so nahe an den
Katermeran einer Meernymphe kommt, dass sein Glas zerspringt und seine
Flüssigkeit sich im Meer verteilt. Auf diese Weise hatte er schon vor rund
200 Jahren das Rätsel gelöst: Das Leben kommt aus dem Meer.
Dass sein Werk so wenige gelesen haben, hängt mit seiner
Zeitlosigkeit zusammen und sein Verständnis ist nur möglich, wenn der Leser
sich vorher eingehend mit fast allen wissenschaftlichen Gebieten der Natur
und Kultur beschäftigt hat.
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Samstag, 11. April 2015
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